
Der Herzschlag des Stockes
Zwischen Sanftmut und Wildnis
Seit wann sich die Menschheit mit den Bienen und der Honigernte genau befasst, ist nicht punktgenau gewusst.
Allerdings geht einer der ältesten Funde einer Bienenwohnung Mitteleuropas ist laut Altersbestimmung fast 2000 Jahre alt. Dies ist ein sogenannter Rutenstülper. Etwa 500 Jahre Jünger ist der Fund eines Klotzstülpers. Ein Klotzstülper ist ein unten offener Ausghöhlter Baumstamm, der ein Flugloch besitzt und wie ein Rutenstülper als Bienenbehausung diente. In all den Jahren wurden die Bienenbeuten jedoch immer performanter. Zudem hat jeder seine Art von Beuten erstellt je nachdem wie er seine Arbeiten leichter gefunden hatte.
„Jeder Tropfen Honig, den wir heute mit Sorgfalt gewinnen, ist eine Bereicherung. Denn heutzutage ist es nicht leicht, noch etwas Unberührtes aus der Natur zu bekommen.“
Bienenhaltung ist mehr als das Ernten von Honig; es ist das Lauschen auf einen uralten Rhythmus, der unsere Welt im Innersten zusammenhält. In unserer Imkerei bei DúlraCore begleiten wir aktuell die Apis mellifera Carnica.
Wissenschaft trifft Intuition
Der Beginn "Soweit man Geschichtlich und Forschungstechnisch weiss" liegt 50 Millionen Jahre her. Dazu waren die Bienen aber keineswegs "Primitiv-Bienen". Fossile Funde belegen dass die Bienen schon damals genau wie heutzutage diese Performanten eigenschaften hatten. Die ältesten fossilen Funde von Sozialen Bienen waren in einem Bernstein.
Die Wiege der Imkerei: Das Alte Ägypten
Die Ägypter waren die ersten, die Bienen systematisch hielten und sogar „wanderte“.
- Heilige Tiere: Bienen galten als Tränen des Sonnengottes Re. Die Biene war das Symbol für Unterägypten, und der Pharao trug den Titel „Imker“.
- Wanderimkerei: Schon um 2.400 v. Chr. wurden Bienenstöcke auf Booten den Nil hinauf- und hinuntertransportiert, um der Blütezeit der Pflanzen zu folgen. Es gibt Belege für eine organisierte Imkerei, die bis 3500 v.Chr. zurück reichen.
- Tonröhren: Sie hielten die Völker in horizontal gestapelten Tonröhren.
Das Mittelalter: Zeidlerei und Klöster
In Europa entwickelte sich die Zeidlerei (Waldimkerei). Zeidler kletterten auf hohe Bäume und bearbeiteten dort natürliche oder künstlich geschlagene Baumhöhlen, in denen Bienen lebten.
Die Macht der Kirche: Klöster waren Zentren der Imkerei. Honig wurde zum Süßen genutzt, aber noch wichtiger war das Bienenwachs. Es war das einzige Material für rußfreie, hell brennende Kerzen – ein unverzichtbares Gut für Kirchen und den Adel.
Eigene Gerichtsbarkeit: Zeidler waren hoch angesehen und hatten oft eigene Zünfte mit besonderen Rechten (z. B. das Recht, Waffen zu tragen).
Die Moderne Revolution (19. Jahrhundert)
Bis vor etwa 150 Jahren musste ein Bienenvolk oft getötet oder die Waben herausgeschnitten werden, um an den Honig zu kommen. Das änderte sich durch den beweglichen Wabenrahmen (1851).
Es gibt viele Arten
Es gibt insgesamt 10 Gattungen von Apis mellifera (Honigbiene). Hier ein paar Namen, um euch das etwas näher zu bringen:
Die Arten von Honigbienen
Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), die Östliche Honigbiene (apis cerana), die Riesenhonigbiene (Apis dorsata), die Zwerghonigbiene (Apis florea). Alleine in Westeuropa gibt es mittlerweile zwischen 25 und 30 verschiedene Unterarten. (H.H.)
Vom Honig zu Kosmetik bis hin zur Medizin
Honig: Das wohl bekannteste Produkt. Der Saft aus Pollen, Honigtau und Bienenflüssigkeit. Ein Allrounder im Lebensmittelbereich.
Bienenwachs: Dieses Produkt produzieren die Bienen selbst durch Drüsen am Hinterleib. mm-große Plättchen zum Bau der Waben. (H.H.)
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Die Bestäubung
Wichtiger als der Gewinn von Honig und Wachs ist die Bestäubung.
Bestäubung ist aber nicht gleich Befruchtung, auch wenn Bienen die Pollen von Blüte zu Blüte transportieren, der Pollen muss zur jeweiligen Pflanzenart und Sorte passen. Bei der Fremdbefruchtung wird Pollen einer anderen Sorte zur Befruchtung benötigt. Sehr viele Blüten sind zwittrig, haben also sowohl männliche(Staubblätter)wie auch weibliche (Narbe, Griffel) Organe in der Blüte vereint.
Die Pflanzen locken die Bestäuberinsekten mit Farben und Düften und belohnen sie mit süßem Nektar und wertvollen Pollen. Häufig passen Blütenform und Bestäubungsinsekt wie Schloss und Schlüssel zusammen.
Der Anteil der Bienen an der Befruchtung der Kulturpflanzen liegt bei 90%
Bei Wildpflanzen liegt der Anteil der Honigbiene noch weit über 50%. Sie können zum Teil,den Rückgang anderer, selten gewordener Bestäuberinsekten kompensieren.
Pollen stellen für die Bienen die einzige Eiweißquelle dar. Sie sammeln ihn wie den Nektar und bringen ihn in ihren Stock, um ihre Brut damit zu füttern. Den Nektar nehmen sie in der, dem eigentlichen Verdauungstrakt vorgelagerten Honigblase auf.
Wie Nektar dient der Blütenstaub als Lockstoff und ist besonders nahrhaft.
Gleichzeitig ist er relativ schwer und klebrig-ölig, soll er doch am transportierenden Insekt gut haften.
Fast alle zur Familie der Echten Biene gehörenden Art haben ein dichtes Haarkleid, welches als effektiver Sammelapparat für Blütenstaub dient. Beim Blütenbesuch bleiben Pollen darin hängen. Dort wird er mit speziellen Transporteinrichtungen Richtung Nest gebracht.
Honigbienen haben hierfür an den Hinterbeinen eine muldenartige Vertiefung, die -mit Pollen gefüllt- dem Beobachter als “Höschen” ins Auge fällt.
Manche Solitärbienen besitzen dagegen einen sehr dichten Pelz am Bauch, wo sie ihre kostbare Fracht hineinpacken. Zur Befruchtung trägt der im Haarkleid haftende Pollen bei, der beim Besuch einer Blüte an deren weiblichem Organ, der Narbe haften bleibt. Die Befruchtung vieler Blütenpflanzen ist so spezialisiert, dass sie ohne den gezielten Pollentransport durch die Bienen für ihre Arterhaltung in der Natur oder als Nutzpflanze zu wenig oder ungenügend ausgebildete Früchte tragen würden. Dieser Dienst der Biene ist umso wichtiger, weil Selbstbefruchtung in der Pflanzenwelt eher die Ausnahme ist.
Aber auch Früchte werden als Lockmittel zur Verbreitung der Samen genutzt. Sie dienen als Nahrung für Insekten, Vögel und anderen Tieren. Damit stehen die Bestäuberinsekten am Anfang einer sehr wichtigen Nahrungskette und sorgen für den Erhalt vieler Pflanzen und Tiere.
Wurden die von Solitärbienen und Hummeln bevorzugten Pflanzen abgeerntet, stellen die Honigbienen die Sammeltätigkeit mangels Angebot ein.
Ein vernünftiger Imker achtet darauf, daß Bienenvölker nicht zu zahlreich an einem Ort stehen, weil sonst die Nahrungskonkurrenz auch unter Bienenvölkern schon früh bemerkbar ist.

Die 3 Bienenwesen
Honigbienen sind Staatenbildend, bestehend aus vielen einzelnen Tieren mit hochgradiger Spezialisierung. -Königin -Arbeiterinnen -Drohne Nur als Einheit können sie überleben und auch die Völkervermehrung erfolgt nur als Einheit. Bienenschwärme ziehen aus, wodurch aus einem Volk, zwei oder mehr Völker werden können.
Die Bienenkönigin:
Die Bienenkönigin wird auch Weisel oder Stockmutter genannt. Sie ist das größte Tier im Volk und das einzige vollwertige Weibchen, welches Eier legt. Bis zu 2000 pro Tag. Mit ihren Pheromonen (Düfte) hält sie das Volk zusammen und unterdrückt damit gleichzeitig den Fortpflanzungswille der unterentwickelten Weibchen, den Arbeiterinnen. Wegen fehlender Körpermerkmale kann sie niemals alleine ein neues Volk gründen. Sie kann weder Pollen und Nektar sammeln oder Wachs produzieren. Ihr fehlt auch der Instinkt zur Brutpflege. Durch ihr Eierlegen sorgt sie fortwährend für Nachkommen an kurzlebigen Mithelferinnen und während der Vermehrungsphase für das Entstehen der Geschlechtstieren, der Drohnen und neuer Königinnen, Die junge Königin nimmt während einer einmaligen, kurzen Begattungsphase Spermien auf und speichert ihn in ihrer Samenblase. Die Spermien müssen für ihre gesamte Lebenszeit von drei bis maximal fünf Jahren ausreichen. Die Königin gibt sie bei der Eiablage gezielt und portionsweise ab. Dazu misst sie mit ihren Vorderbeinen die Größe. Ist diese groß, bleibt die Samenblase geschlossen, sie legt ein unbefruchtetes Ei und entsteht ein Drohn. Ist die Zellöffnung klein, werden bei der Eiablage Spermien zugefügt. Das Ei wird befruchtet und es entsteht ein Weibchen, meistens eine Arbeiterin. Sind die Vorderbeine beschädigt, ist das für das Volk fatal. Die Königin vermisst sich fortwährend und legt nur unbefruchtete Eier ab.
Die Arbeitsbienen:
Ein Bienenvolk ist keine Monarchie, in der die Königin alleine regiert. Die Gemeinschaft der Arbeiterinnen hat das Sagen. Sie sorgen dafür, dass mehr oder weniger Zellen für die Eiablage vorbereitet sind, die Brut gewärmt und versorgt wird, sie bauen Drohnen- und Schwarmzellen. Und sie sorgen dafür,dass ausreichend Nahrung herangeschafft wird. Die Arbeiterinnen bestimmen auch den Zeitpunkt des Schwärmens. Sie sorgen dann dafür daß die Königin weniger Eier legt, indem sie,sie auf Diät setzen damit sie schlank und wieder flugfähig wird.
Die Eierstöcke der Arbeiterinnen entwickeln sich nur wenn die Pheromone der Königin nicht wirken und keine Brut vorhanden ist.
Ob aus einem befruchteten Ei eine Königin oder eine Arbeiterin entsteht, hängt von den Aufzuchtbedingungen ab. Nur die Larve in der senkrecht nach unten offene Königinnenzelle wird ausschließlich mit dem Königinnenfuttersaft, dem Gelée royal, ernährt. Sie benötigt für ihre Entwicklung 16 Tage. Die Larven der Arbeiterinnen, in den kleinen, waagerecht liegenden Zelle, wird ab dem 2. oder 3. Tag nur mit Nektar und Pollen ernährt. Sie schlüpft nach 21 Tagen. Fehlt die Königin, können aus jungen Arbeiterinnen Larven von 2 bis 4 Tagen, dennoch Königinnen entstehen, indem die Larven weiter mit Königinnenfuttersaft gefüttert wird und die Zellen nachträglich zu sogenannten Nachschaffungszellen geformt werden. Arbeiterinnen sind deutlich kleiner als die Königin. Spezielle Körpermerkmale, wie ein längerer Rüssel oder Pollensammelvorrichtungen, befähigen sie zum Einsammeln von Nahrung. Das Arbeitsschema, die Stock-und Brutpflege, Wachserzeugung und Wabenbau sowie Nestschutz und Sammeln, wird vom Lebensalter bestimmt. Vor allem die Nahrungsbeschaffung verkürzt die Lebenserwartung der kurzlebigen Sommerbienen ( 40.000 bis maximal 50.000 pro Bienenvolk) auf nur drei bis sechs arbeitsintensive Wochen. Winterbienen ( 5.000 bis 10.000 pro Bienenstock) können wochen-und monatelang im sicheren Stock überleben.
Die Drohnen:
Die Drohnen entwickeln sich in 24 Tagen. Sie werden in der Vermehrungszeit von April bis Juli aufgezogen. Drohnen dürfen in jedes Volk einfliegen und werden ebenso gut versorgt wie die Brut und die Königin. Ihre einzige Funktion ist, paarungsbereite Jungköniginnen zu finden und zu begatten. Sie sind mit riesigen Augen und besonders sensiblen Geruchszellen ausgestattet.
Ein Drohn stirbt unmittelbar nach der Paarung.
Im Spätsommer kommt es zur Drohnenschlacht. Völker mit gut legenden Königinnen dulden zu dieser Zeit keine Drohnen mehr. Sie werden nicht mehr versorgt und von den Vorräten fernhalten. Zuletzt zerren die Bienen sie aggressiv aus dem Stock. Nur in Völkern ohne voll funktionsfähige Königin sind Drohnen im Herbst und Winter noch zu finden.